Der Bluttest war tatsächlich positiv! Einerseits konnte und kann ich es noch gar nicht glauben... Andererseits freue ich mich natürlich total! Gleichzeitig ist da ein wenig Angst dass noch irgendwas schief geht - schließlich ist es noch sehr sehr früh...
In einer Woche geht es zum Ultraschall! Bis dahin nehme ich weiterhin brav die Utrogest, Estramon und diverse Vitamine... und hoffe und bange dass alles gut wird!
Dienstag, 25. März 2014
Positiv!
Mittwoch, 19. März 2014
Positiv?!
Tag 14 nach ET. Eigentlich wäre heute der Bluttest in meinem Kinderwunschzentrum dran gewesen - da ich allerdings beruflich mal wieder unterwegs bin musste ich den auf Freitag verlegen.
Praktischerweise hatte ich einen daheim rumliegenden Urintest in den Koffer gepackt - heute morgen also Spannung im Bad. Und - der Test zeigte tatsächlich einen kleinen dünnen, fast transparanten, aber doch sichtbaren zweiten Streifen! Das ist doch nicht....?! Puls und Herzschlag sind spontan gestiegen... aber was ich mache ich jetzt?! Bluttest! Sofort! Ich will Klarheit! Meine Nerven...
Google hat mir zum Glück zwei Kinderwunschpraxen in der näheren Umgebung meines Kunden ausgespuckt, und gleich die erste hat sich am Telefon bereit erklärt den Test zu machen. Also statt im Taxi zum Kunden erstmal im Taxi ans andere Ende der Stadt. Die Dame an der Rezeption war unglaublich nett, hat sich alles notiert ("Tag 14 - spüren sie denn was? Das ist ja doch schon relativ weit..."), meine Medikamente aufgenommen und mit einem Mini-Pieks Blut abgenommen. Vor einer Stunde sollte das Blut ins Labor gehen, und gegen 14 Uhr hätte sie die Ergebnisse. Meine Nerven...
Jetzt sitze ich im Büro, mein Puls ist immer noch jenseits von gut und böse, und mein Kopf voller Gedanken. Was wenn ich jetzt wirklich...?! Andererseits: ruhig bleiben, es droht nur eine noch größere Enttäuschung... Aber wenn doch...?
Aus der Ferne treibt mich mein Schatz in den Wahnsinn - er wirft mir vor dass ich den Termin im Kinderwunschzentrum um 2 Tage verschoben habe, dass mir das anscheinend alles egal sei - er will Klarheit... Ich weiß ja dass das für ihn alles auch sehr anstrengend ist - aber wenn ich etwas nicht gebrauchen kann dann sind das Vorwürfe von seiner Seite. Meine Nerven...
Noch 4 Stunden bis 14 Uhr... Meine Nerven...
Praktischerweise hatte ich einen daheim rumliegenden Urintest in den Koffer gepackt - heute morgen also Spannung im Bad. Und - der Test zeigte tatsächlich einen kleinen dünnen, fast transparanten, aber doch sichtbaren zweiten Streifen! Das ist doch nicht....?! Puls und Herzschlag sind spontan gestiegen... aber was ich mache ich jetzt?! Bluttest! Sofort! Ich will Klarheit! Meine Nerven...
Google hat mir zum Glück zwei Kinderwunschpraxen in der näheren Umgebung meines Kunden ausgespuckt, und gleich die erste hat sich am Telefon bereit erklärt den Test zu machen. Also statt im Taxi zum Kunden erstmal im Taxi ans andere Ende der Stadt. Die Dame an der Rezeption war unglaublich nett, hat sich alles notiert ("Tag 14 - spüren sie denn was? Das ist ja doch schon relativ weit..."), meine Medikamente aufgenommen und mit einem Mini-Pieks Blut abgenommen. Vor einer Stunde sollte das Blut ins Labor gehen, und gegen 14 Uhr hätte sie die Ergebnisse. Meine Nerven...
Jetzt sitze ich im Büro, mein Puls ist immer noch jenseits von gut und böse, und mein Kopf voller Gedanken. Was wenn ich jetzt wirklich...?! Andererseits: ruhig bleiben, es droht nur eine noch größere Enttäuschung... Aber wenn doch...?
Aus der Ferne treibt mich mein Schatz in den Wahnsinn - er wirft mir vor dass ich den Termin im Kinderwunschzentrum um 2 Tage verschoben habe, dass mir das anscheinend alles egal sei - er will Klarheit... Ich weiß ja dass das für ihn alles auch sehr anstrengend ist - aber wenn ich etwas nicht gebrauchen kann dann sind das Vorwürfe von seiner Seite. Meine Nerven...
Noch 4 Stunden bis 14 Uhr... Meine Nerven...
Montag, 17. März 2014
Fühlt sich nicht schwanger an
Es naht: der Tag der Entscheidung. Ab Mittwoch sollten meine Blutwerte etwas zum Dasein der zwei Zellen in meinem Bauch sagen können, am Freitag habe ich einen Termin zum Test. Haben sie sich eingenistet? Oder sind sie irgendwann in den letzten Tagen verloren gegangen?
Aktuell fühlt sich alles ganz normal an - den Umständen entsprechend zumindest: an den Stellen, an denen jeden Tag ein neues Estramon-Pflaster geklebt wird, wehrt sich meine Haut mittlerweile wieder, ist gereizt und gerötet (Pflasterallergie, sagt der Hautarzt...). Meinem Kreislauf geht es wieder besser, die Müdigkeit ist dafür geblieben. Nicht dass ich ohne Utrogest schon problemlos 10 Stunden am Tag schlafen könnte... Meine Brüste sind mit den Hormonen mal wieder gewachsen (der Vorteil einer solchen Behandlung: auf einmal habe ich Oberweite! Ha!), sind leider aber auch sehr empfindlich (...und das wo ich doch so gerne auf dem Bauch schlafe...). Sonst spüre ich eigentlich nichts besonderes. Es fühlt sich nicht besonders schwanger an...
Ich überlege noch wie ich mit den möglichen Ergebnissen am Freitag umgehen könnte. Nicht dass ich nicht sowieso abgrundtief enttäuscht wäre wenn es wieder nichts geworden wäre. Und natürlich würde ich mich sehr freuen wenn das Ergebnis positiv wäre. Gleichzeitig ist es nun mal so dass so eine Schwangerschaft auch jede Menge Veränderungen in mein Leben bringen würde. Da wäre zum Beispiel mein Job. 10-12-Stunden-Tage fern der Heimat sind schwanger wohl nicht mehr drin. Mein Schatz würde mich wohl auch kaum jede Woche fliegen lassen... Mein Projekt müßte ich also aufgeben... Wobei, vermutlich würde ich mich sogar unglaublich freuen über ein wenig Ruhe und über mehr Zeit zu Hause. Aber da ist auch dieses Angstbild von Schwangeren, die ab dem dritten Monat im Babyrausch sind, nur noch übers Stillen, Kompressionsstrümpfe oder Vitamintabletten sprechen, die in abgetragenen ach-so-bequemen Schwangerschaftsklamotten von Geburtsvorbereitungskurs zu Schwangeren-Yoga zu Hypno-Birthing-Sprechstunde eilen, und sich nur noch über ihre Schwangerschaft definieren. Werden mich die Hormone auch so werden lassen...?
Andererseits: ist es eine Auswirkung der Kinderwunschbehandlung, dass man abschätzig auf Schwangere schaut? Nur weil die geschafft haben was man selbst nicht hinbekommt? Neid? Emotionale Distanz als Selbstschutzmechanismus?
Noch 4 Tage, dann weiß ich mehr...
Aktuell fühlt sich alles ganz normal an - den Umständen entsprechend zumindest: an den Stellen, an denen jeden Tag ein neues Estramon-Pflaster geklebt wird, wehrt sich meine Haut mittlerweile wieder, ist gereizt und gerötet (Pflasterallergie, sagt der Hautarzt...). Meinem Kreislauf geht es wieder besser, die Müdigkeit ist dafür geblieben. Nicht dass ich ohne Utrogest schon problemlos 10 Stunden am Tag schlafen könnte... Meine Brüste sind mit den Hormonen mal wieder gewachsen (der Vorteil einer solchen Behandlung: auf einmal habe ich Oberweite! Ha!), sind leider aber auch sehr empfindlich (...und das wo ich doch so gerne auf dem Bauch schlafe...). Sonst spüre ich eigentlich nichts besonderes. Es fühlt sich nicht besonders schwanger an...
Ich überlege noch wie ich mit den möglichen Ergebnissen am Freitag umgehen könnte. Nicht dass ich nicht sowieso abgrundtief enttäuscht wäre wenn es wieder nichts geworden wäre. Und natürlich würde ich mich sehr freuen wenn das Ergebnis positiv wäre. Gleichzeitig ist es nun mal so dass so eine Schwangerschaft auch jede Menge Veränderungen in mein Leben bringen würde. Da wäre zum Beispiel mein Job. 10-12-Stunden-Tage fern der Heimat sind schwanger wohl nicht mehr drin. Mein Schatz würde mich wohl auch kaum jede Woche fliegen lassen... Mein Projekt müßte ich also aufgeben... Wobei, vermutlich würde ich mich sogar unglaublich freuen über ein wenig Ruhe und über mehr Zeit zu Hause. Aber da ist auch dieses Angstbild von Schwangeren, die ab dem dritten Monat im Babyrausch sind, nur noch übers Stillen, Kompressionsstrümpfe oder Vitamintabletten sprechen, die in abgetragenen ach-so-bequemen Schwangerschaftsklamotten von Geburtsvorbereitungskurs zu Schwangeren-Yoga zu Hypno-Birthing-Sprechstunde eilen, und sich nur noch über ihre Schwangerschaft definieren. Werden mich die Hormone auch so werden lassen...?
Andererseits: ist es eine Auswirkung der Kinderwunschbehandlung, dass man abschätzig auf Schwangere schaut? Nur weil die geschafft haben was man selbst nicht hinbekommt? Neid? Emotionale Distanz als Selbstschutzmechanismus?
Noch 4 Tage, dann weiß ich mehr...
Montag, 10. März 2014
Kryozyklus II
Der zweite Kryozyklus, Tag 5 nach dem Einsetzen. Die Spannung steigt, aktuell bin ich aber einfach nur genervt: mein Kreislauf ist immer wieder schwach, ich könnte im Stehen einschlafen, mein Bauch hat seinen Umfang verdoppelt & meine Verdauung ist zum Erliegen gekommen. Vorgestern konnte ich mich mitten am Tag wirklich nicht mehr auf den Beinen halten, mein Mann erschrak total über meine blauen Lippen. Teilweise fühle ich mich wie besoffen, mein Gehirn ganz weich und klebrig, meine Koordination ganz langsam. Google sagt das liegt an den Nebenwirkungen meiner kleinen Medikamentensammlung:
Estramon 100 - Pflaster - 1x am Tag auf den Beckenkamm
Prednisolon 5mg - Tablette - 1x morgens
Utrogest - Tablette - 3x3 morgens, mittags und abends
Dazu gibt es noch Vigantoletten (Vitamin D), Medyn forte (Folsäure) und Zink - macht 13 Tabletten am Tag.
Das alles wäre ja auszuhalten, wenn ich nicht noch arbeiten & reisen müßte... und wenn nicht diese Unsicherheit wäre. Vielleicht ist ja wieder alles für die Katz...?
Dabei gab es letzten Mittwoch 2 - laut Arzt: wunderschöne - Blastozyten. Aufgetaut wurden alle 4 Zellen, die noch eingefroren waren - eine Zelle ist gleich stehengeblieben, die zweite hat sich kaum entwickelt, die anderen beiden habe ich bekommen. Heißt aber auch: wenn es nichts werden sollte muss ich wieder zur Punktion...
Estramon 100 - Pflaster - 1x am Tag auf den Beckenkamm
Prednisolon 5mg - Tablette - 1x morgens
Utrogest - Tablette - 3x3 morgens, mittags und abends
Dazu gibt es noch Vigantoletten (Vitamin D), Medyn forte (Folsäure) und Zink - macht 13 Tabletten am Tag.
Das alles wäre ja auszuhalten, wenn ich nicht noch arbeiten & reisen müßte... und wenn nicht diese Unsicherheit wäre. Vielleicht ist ja wieder alles für die Katz...?
Dabei gab es letzten Mittwoch 2 - laut Arzt: wunderschöne - Blastozyten. Aufgetaut wurden alle 4 Zellen, die noch eingefroren waren - eine Zelle ist gleich stehengeblieben, die zweite hat sich kaum entwickelt, die anderen beiden habe ich bekommen. Heißt aber auch: wenn es nichts werden sollte muss ich wieder zur Punktion...
Montag, 16. Dezember 2013
Kinderwunsch - die Historie: Hormonstimulation
Mai 2013. Ich sitze ungläubig im Kinderwunschzentrum und schaue auf die Schwester, die mir eine Spritze zeigt: Gonal-f. Zum Glück weiß ich da noch nicht, dass mich diese Spritze lange Monate begleiten wird... Ich habe einen bunten Zettel in der Hand, auf dem der Therapieplan erklärt ist. Da steht zum Beispiel kryptisch: 1.-3. ZT - 25 i.E. - Gonal-f - PEN. Bis jetzt habe ich nur verstanden dass ich mich spritzen soll. Ich, die um jede Blutabnahme einen großen Bogen macht, und beim Anblick einer Spritze Schweißausbrüche bekommt...! Und dann auch noch Hormone...
Kaum draußen auf der Strasse begehe ich ihn das erste Mal: den Google-Fehler. Ich kann ja noch nicht wissen dass es nichts bringt, wenn man die Medikamente, die man verordnet bekommt, googelt! Man findet immer Nebenwirkungen und Horrorgeschichten von anderen Frauen, und hinterher ist alles schlimmer als vorher... Auf jeden Fall lerne ich dass Gonal-f einen Wirkstoff aus der Gruppe der follikelstimulierenden Hormone enthält. Es bringt also meinen Eierstock dazu Follikel zu produzieren, in denen ein Ei heranwächst das später befruchtet werden kann. Ich soll mit einer Dosis von 25 Einheiten beginnen und diese langsam auf 50 Einheiten steigern... und dann, tja, wie der Arzt gesagt hat: "In drei Monaten sind Sie schwanger!"
Wenn ich zurückblicke hört sich das alles so lächerlich einfach an - damals war es Aufregung und Anspannung pur: in der Apotheke den Pen und diverse Pillen abholen ("Was denkt sich die Apothekerin jetzt wohl?") und dafür einen schönen 3-stelligen Betrag bezahlen ("Schluck. Hoffentlich brauche ich die Medikamente nicht öfters"). Daheim das erste mal die Kappe vom Pen abziehen, eine Nadel aufdrehen, die erste Hülle von der Nadel abziehen, die zweite Hülle von der Nadel abziehen - und eine richtige Spritze in der Hand halten ("Nein. Nein. Nein. Niemals werde ich diese Nadel in meinen Körper stecken. Schatz, ich kann das nicht. Ich will nicht. Hilf mir. Aaaah!"). Gutes Zureden von Schatz. Er hat auch Angst vor Spritzen. Er meint ich muss das alleine können (ja, da hat er recht, die nächste Spritze wird nämlich auf einer Geschäftsreise fällig sein, und da kann er mir auch nicht helfen). Er wird Händchen halten und bei mir sein! Die Spritze auf 25 Einheiten drehen (hm, immerhin ist das eine der niedrigsten Dosen die man überhaupt einstellen kann!) Das erste Mal eine Bauchfalte formen ("Ist das richtig so? Geht dann die Spritze nicht in irgendein wichtiges Organ, oder verletzt was? Wie zur Hölle soll da über 1cm Nadel reingehen...?"). Desinfizieren. Die Spritze ansetzen, über die Bauchfalte bewegen, wieder hinlegen. "Ich kann nicht!". "Du kannst das", sagt Schatz. Wieder ansetzen. Ablegen. Gut zureden lassen. Und irgendwann endlich die Nadel in die Bauchfalte schieben. Langsam den Knopf drücken bis die Dosis komplett injiziert ist - und raus damit!
Ich und die Spritze sind uns auch nach mehreren Monaten fremd geblieben. Jeden Morgen habe ich sie aus dem Kühlschrank geholt, meinen Bauch desinfiziert, gespritzt. Mal war es reiner Automatismus und in 5 Minuten erledigt, mal habe ich ewig gehadert. Mal war es ganz einfach und schmerzlos. Mal hat es so weh getan dass ich abgebrochen habe - und dann mit einer neuen Nadel wieder anfangen musste. Mal hat es geblutet. Einmal hat es mir einen faustgroßen blauen Fleck beschert. Ich habe festgestellt dass meine linke Körperhälfte besser geeignet ist als die rechte. Nur ist die linke irgendwann voller alter Einstiche, und dann muss doch die rechte ran. Ich habe gejammert, geklagt und gehadert, und musste trotzdem durch. Ich habe mich im Urlaub vor den Augen von Freunden gespritzt, die immer gesagt haben dass so eine Behandlung doch gar nicht schlimm ist und sie sooo viele Freunde haben die das auch machen. Sie haben dann doch Respekt vor der Spritze gehabt. Ich habe die Spritze mit einem Kühlakku durch die Welt geflogen - morgens in den Koffer, abends in die Minibar, und mit Nadeln im Mülleimer wieder ausgecheckt. Ich habe gelernt dass es in manchen Flughäfen zähe Diskussionen gibt wegen eines Kühlakkus und einer Spritze, und dass andere Sicherheitsleute nicht mal zu merken scheinen dass sich Flüssigkeit im Koffer befindet. Ich habe Dosen gesteigert, meine Arbeit um Ultraschalltermine herum organisiert ("Sie müßten dann am Mittwoch 14 Uhr zum Ultraschall kommen." - "Mittwoch ist schlecht, da bin ich eigentlich in Mailand" - "Tut mir leid, andere Termine haben wir nicht."), gute Ultraschalltermine erlebt (1-3 wunderschöne Follikel) und schlechte (6 reife Follikel, heißt: sofortiger Abbruch, und auf keinen Fall Sex haben - "...oder Sie kommen übermorgen zur Punktion und wir machen direkt eine künstliche Befruchtung")...
Nur schwanger bin ich nicht geworden.
Kaum draußen auf der Strasse begehe ich ihn das erste Mal: den Google-Fehler. Ich kann ja noch nicht wissen dass es nichts bringt, wenn man die Medikamente, die man verordnet bekommt, googelt! Man findet immer Nebenwirkungen und Horrorgeschichten von anderen Frauen, und hinterher ist alles schlimmer als vorher... Auf jeden Fall lerne ich dass Gonal-f einen Wirkstoff aus der Gruppe der follikelstimulierenden Hormone enthält. Es bringt also meinen Eierstock dazu Follikel zu produzieren, in denen ein Ei heranwächst das später befruchtet werden kann. Ich soll mit einer Dosis von 25 Einheiten beginnen und diese langsam auf 50 Einheiten steigern... und dann, tja, wie der Arzt gesagt hat: "In drei Monaten sind Sie schwanger!"
Wenn ich zurückblicke hört sich das alles so lächerlich einfach an - damals war es Aufregung und Anspannung pur: in der Apotheke den Pen und diverse Pillen abholen ("Was denkt sich die Apothekerin jetzt wohl?") und dafür einen schönen 3-stelligen Betrag bezahlen ("Schluck. Hoffentlich brauche ich die Medikamente nicht öfters"). Daheim das erste mal die Kappe vom Pen abziehen, eine Nadel aufdrehen, die erste Hülle von der Nadel abziehen, die zweite Hülle von der Nadel abziehen - und eine richtige Spritze in der Hand halten ("Nein. Nein. Nein. Niemals werde ich diese Nadel in meinen Körper stecken. Schatz, ich kann das nicht. Ich will nicht. Hilf mir. Aaaah!"). Gutes Zureden von Schatz. Er hat auch Angst vor Spritzen. Er meint ich muss das alleine können (ja, da hat er recht, die nächste Spritze wird nämlich auf einer Geschäftsreise fällig sein, und da kann er mir auch nicht helfen). Er wird Händchen halten und bei mir sein! Die Spritze auf 25 Einheiten drehen (hm, immerhin ist das eine der niedrigsten Dosen die man überhaupt einstellen kann!) Das erste Mal eine Bauchfalte formen ("Ist das richtig so? Geht dann die Spritze nicht in irgendein wichtiges Organ, oder verletzt was? Wie zur Hölle soll da über 1cm Nadel reingehen...?"). Desinfizieren. Die Spritze ansetzen, über die Bauchfalte bewegen, wieder hinlegen. "Ich kann nicht!". "Du kannst das", sagt Schatz. Wieder ansetzen. Ablegen. Gut zureden lassen. Und irgendwann endlich die Nadel in die Bauchfalte schieben. Langsam den Knopf drücken bis die Dosis komplett injiziert ist - und raus damit!
Ich und die Spritze sind uns auch nach mehreren Monaten fremd geblieben. Jeden Morgen habe ich sie aus dem Kühlschrank geholt, meinen Bauch desinfiziert, gespritzt. Mal war es reiner Automatismus und in 5 Minuten erledigt, mal habe ich ewig gehadert. Mal war es ganz einfach und schmerzlos. Mal hat es so weh getan dass ich abgebrochen habe - und dann mit einer neuen Nadel wieder anfangen musste. Mal hat es geblutet. Einmal hat es mir einen faustgroßen blauen Fleck beschert. Ich habe festgestellt dass meine linke Körperhälfte besser geeignet ist als die rechte. Nur ist die linke irgendwann voller alter Einstiche, und dann muss doch die rechte ran. Ich habe gejammert, geklagt und gehadert, und musste trotzdem durch. Ich habe mich im Urlaub vor den Augen von Freunden gespritzt, die immer gesagt haben dass so eine Behandlung doch gar nicht schlimm ist und sie sooo viele Freunde haben die das auch machen. Sie haben dann doch Respekt vor der Spritze gehabt. Ich habe die Spritze mit einem Kühlakku durch die Welt geflogen - morgens in den Koffer, abends in die Minibar, und mit Nadeln im Mülleimer wieder ausgecheckt. Ich habe gelernt dass es in manchen Flughäfen zähe Diskussionen gibt wegen eines Kühlakkus und einer Spritze, und dass andere Sicherheitsleute nicht mal zu merken scheinen dass sich Flüssigkeit im Koffer befindet. Ich habe Dosen gesteigert, meine Arbeit um Ultraschalltermine herum organisiert ("Sie müßten dann am Mittwoch 14 Uhr zum Ultraschall kommen." - "Mittwoch ist schlecht, da bin ich eigentlich in Mailand" - "Tut mir leid, andere Termine haben wir nicht."), gute Ultraschalltermine erlebt (1-3 wunderschöne Follikel) und schlechte (6 reife Follikel, heißt: sofortiger Abbruch, und auf keinen Fall Sex haben - "...oder Sie kommen übermorgen zur Punktion und wir machen direkt eine künstliche Befruchtung")...
Nur schwanger bin ich nicht geworden.
Dienstag, 3. Dezember 2013
Kinderwunsch - die Historie: Der Anfang
Auch wenn dieser Blog erst wenige Tage alt ist - unser Kinderwunschleben existiert bereits seit über zwei Jahren.
Im September 2011 habe ich den letzten Nuvaring entsorgt - jetzt sollte es losgehen. Nicht dringend, schließlich ist so ein gemütliches Leben zu zweit sehr komfortabel. Ausschlafen am Wochenende, große Reisen, einen Sonntag lang nichts tun, viel Geld verdienen, Karriere machen - all das wäre mit einem Kind dahin. Trotzdem wußten wir beide: wir wollen Kinder, und irgendwie ist erst mit einem Kind unser Leben komplett. Idealerweise mit zwei Kindern.
Es passierte aber: nichts. Es hat Wochen gedauert bis ich überhaupt mal meine Tage bekommen habe. Meine Periode hielt einen Zyklus von irgendwas zwischen 40 und 60 Tagen für normal. Von einem Eisprung gar nicht zu reden. Meine Frauenärztin riet zu Geduld, und dazu sicherheitshalber auf Chlamydien zu testen und die Schilddrüse untersuchen zu lassen. Mein Mann riet zu mehr Ruhe und weniger Stress auf Arbeit. Ich dachte: wenn es klappt dann klappt es, und wenn nicht ist unser Leben auch gerade sehr schön. Die nächste Beförderung stand eh gerade an, vielleicht klappt es ja erst danach - wäre ja praktisch. Es klappte nur nicht.
Anfang 2013 sprach ich mit meinem Hausarzt zufällig über unseren Kinderwunsch - und der riet dazu einem Kinderwunschzentrum doch mal einen Besuch abzustatten. Schließlich wäre der Kinderwunsch schon über 1 Jahr alt, und alles über 6 Monate Wartezeit sollte man abklären lassen. Ich dachte: Kinderwunschzentrum? Ich fühle mich doch total gesund... Mein Job macht gerade Spaß, Und so dringend ist es ja nicht. Andererseits, immer nur Warten...
Es folgte im Mai 2013: der Kennenlerntermin im Kinderwunschzentrum. Bis dahin hatten wir ein Spermiogramm besorgt, meine Krankheitshistorie zu Papier gebracht (alles gesund, keine Vorerkrankungen), Überweisungen gesammelt - ein Klacks im Vergleich dazu was an Papierkram noch folgen sollte. Und der Termin lief gut: nach der Blutabnahme hatte der Arzt bereits alle Blutwerte auf dem Tisch, das Spermiogramm sah gut aus ("keine Olympiasieger, tut es aber"), nur mein Hormonhaushalt war etwas lahm. "Keine oder nur eine ungenügende Follikelreifung" heißt das im Fachvokabular. Der Arzt schlug eine Hormonstimulation vor und war sich sicher: "In drei Monaten sind Sie schwanger!"
Im September 2011 habe ich den letzten Nuvaring entsorgt - jetzt sollte es losgehen. Nicht dringend, schließlich ist so ein gemütliches Leben zu zweit sehr komfortabel. Ausschlafen am Wochenende, große Reisen, einen Sonntag lang nichts tun, viel Geld verdienen, Karriere machen - all das wäre mit einem Kind dahin. Trotzdem wußten wir beide: wir wollen Kinder, und irgendwie ist erst mit einem Kind unser Leben komplett. Idealerweise mit zwei Kindern.
Es passierte aber: nichts. Es hat Wochen gedauert bis ich überhaupt mal meine Tage bekommen habe. Meine Periode hielt einen Zyklus von irgendwas zwischen 40 und 60 Tagen für normal. Von einem Eisprung gar nicht zu reden. Meine Frauenärztin riet zu Geduld, und dazu sicherheitshalber auf Chlamydien zu testen und die Schilddrüse untersuchen zu lassen. Mein Mann riet zu mehr Ruhe und weniger Stress auf Arbeit. Ich dachte: wenn es klappt dann klappt es, und wenn nicht ist unser Leben auch gerade sehr schön. Die nächste Beförderung stand eh gerade an, vielleicht klappt es ja erst danach - wäre ja praktisch. Es klappte nur nicht.
Anfang 2013 sprach ich mit meinem Hausarzt zufällig über unseren Kinderwunsch - und der riet dazu einem Kinderwunschzentrum doch mal einen Besuch abzustatten. Schließlich wäre der Kinderwunsch schon über 1 Jahr alt, und alles über 6 Monate Wartezeit sollte man abklären lassen. Ich dachte: Kinderwunschzentrum? Ich fühle mich doch total gesund... Mein Job macht gerade Spaß, Und so dringend ist es ja nicht. Andererseits, immer nur Warten...
Es folgte im Mai 2013: der Kennenlerntermin im Kinderwunschzentrum. Bis dahin hatten wir ein Spermiogramm besorgt, meine Krankheitshistorie zu Papier gebracht (alles gesund, keine Vorerkrankungen), Überweisungen gesammelt - ein Klacks im Vergleich dazu was an Papierkram noch folgen sollte. Und der Termin lief gut: nach der Blutabnahme hatte der Arzt bereits alle Blutwerte auf dem Tisch, das Spermiogramm sah gut aus ("keine Olympiasieger, tut es aber"), nur mein Hormonhaushalt war etwas lahm. "Keine oder nur eine ungenügende Follikelreifung" heißt das im Fachvokabular. Der Arzt schlug eine Hormonstimulation vor und war sich sicher: "In drei Monaten sind Sie schwanger!"
Labels:
Hormonstimulation,
Kinderwunschzentrum
Kein Kind
Ich bin nicht schwanger. 2h nach dem Bluttest kam der Anruf: negativ. Ich musste mich noch 5h durch den Tag retten im Büro. Zwischenzeitlich fragte mein Mann nach dem Ergebnis. Ich habe versucht abzuwiegeln. Irgendwann nach Hause. Und dann: der Moment in dem ich ihm sagen musste dass es nicht geklappt hat.
Ich habe 3 Tage im Ausnahmezustand verbracht: tägliche Heulkrämpfe auf der Couch, und eine Laune mit der ich auch den fürsorglichsten Freund vertrieben hätte. Mittlerweile hat sich eine tiefe Traurigkeit breitgemacht, eine große Leere im Magen. Kein Kind.
Bereits nach dem Anruf wußte ich: nicht gleich wieder. Ich brauche eine Pause von all den Hormonen, vorallem aber von der nervlichen Anspannung, der Achterbahnfahrt zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Ich kann gerade nicht weitermachen...
Ich habe 3 Tage im Ausnahmezustand verbracht: tägliche Heulkrämpfe auf der Couch, und eine Laune mit der ich auch den fürsorglichsten Freund vertrieben hätte. Mittlerweile hat sich eine tiefe Traurigkeit breitgemacht, eine große Leere im Magen. Kein Kind.
Bereits nach dem Anruf wußte ich: nicht gleich wieder. Ich brauche eine Pause von all den Hormonen, vorallem aber von der nervlichen Anspannung, der Achterbahnfahrt zwischen Hoffnung und Enttäuschung. Ich kann gerade nicht weitermachen...
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